Der Bär ist los

November 24th, 2009 | Allgemein | Beitrag drucken

Am 22. Oktober 2009 wurde der neue Bärenpark in Bern feierlich eingeweiht. Er ersetzt den alten Bärengraben, der aufgrund der nicht artgerechte Tierhaltung wiederholt im Fokus der Tierschützer stand.

Baerenpark Nun hat sich am Samstag, den 21. November ein tragischer Unfall ereignet, bei dem ein geistig behinderter Mann über die Umzäungung zu den Bären geklettert ist und schwer verletzt wurde. Der Bär (der auf den Namen Finn getauft wurde) konnte im letzten Moment durch den Einsatz eines Streifenpolizisten mit Hilfe eines Mannstopp-Geschosses zur Strecke gebracht werden. Der Bär Finn wurde dabei (ebenso wie der Mann der angegriffen wurde) schwer verletzt.


In der Presse wird seither um die Gesundheit des Bären gebangt. Hier eine Sammlung von Medienberichten (die ich zufällig ausgewählt habe):

http://www.blick.ch/news/schweiz/bern/so-kaempfen-wir-um-finn-134071
http://www.derbund.ch/bern/Grosse-Anteilnahme-fuer-Finn/story/19957857
http://www.20min.ch/news/bern/story/11831645

Der Gesundheitszustand des geistig behinderten Mannes wurde in der Presse wenn überhaupt nur in Nebensätzen erwähnt. Natürlich kann ich auch das Mitgefühl für einen Bären verstehnen (der in Deutschland wahrscheinlich als Problembär geächtet und getötet werden würde), doch frage ich mich wo das Mitgefühl für den verletzten Menschen bleibt.

Ursächlich tun sich aber auch noch ganz andere Abgründe auf: Wer war für die Betreeung des geistig Behinderten zuständig? Wurde diese vielleicht vernachlässigt? Laut Zeugenaussagen stand der Mann noch einige Zeit auf der Mauer, bevor er in das Bärengehege sprang. Konnte er nicht aufgehalten werden?

Für mich stellt sich eher die Frage ob durch eine bessere Betreuung von geistig Behinderten solch ein Problem in Zukunft vermieden werden kann. Und damit meine ich nicht das Wegsperren, sondern eine einfühlsahme Integration in die Gesellschaft.

Ein schlechtes Bild wird auch auf den Einsatz von Mannstopp Munition geworfen, die sehr umstritten ist und in Kriegszeiten in der Schweiz sogar verboten ist.

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